Moser, Gabriela

geb. Ensthaler; Politikerin, AHS-Lehrerin und Bibliothekarin
* 28.7.1954, Linz, OÖ., † 12.3.2019

Herkunft, Verwandtschaften: Gabriela Mosers Vater Dr. Josef Ensthaler (1913–2008) war Arzt (Orthopäde). Ihre Mutter Margarete, geb. Leopoldseder (geb. 1925) hatte am Musikkonservatorium in Wien studiert, war ausgebildete Musikpädagogin und als Klavierlehrerin tätig.
LebenspartnerInnen: Durch Eheschließung nahm Gabriela Ensthaler den Namen Moser an.
Ausbildungen: Nach dem Besuch der Volksschule 1960–1964 und einer Allgemeinbildenden Höheren Schule 1964–1972 studierte Gabriela Moser Germanistik und Geschichte an der Universität Salzburg und schloss das Studium zunächst 1978 mit der Erwerbung des Titels „Mag. phil.“ ab. In ihrer Dissertation über den Deutschen Bund, die sie 1997 fertigstellte, untersuchte sie die Mechanismen überstaatlicher Integration und promovierte im selben Jahr zum „Dr. phil.“
Laufbahn: 1978–1997 unterrichtete sie Deutsch und Geschichte am Akademischen Gymnasium in Linz.1985–1991 sowie 1997–2003 war sie Mitglied des Gemeinderates der Stadt Linz, seit 1991 ebendort Fraktionssprecherin der Grünen sowie Mitglied des Landesparteivorstandes der Grünen Oberösterreich, 1995–1997 Mitglied des Bundesparteivorstandes der Grünen, seit 2001 Mitglied des erweiterten Bundesparteivorstandes, Gesundheitssprecherin im Nationalrat 1994–1995, Verkehrssprecherin 1997–1999, KonsumentInnen- und Bautensprecherin 1999–2004, danach Verkehrs-, Telekommunikation-, Bauten- und Tourismussprecherin, schließlich Rechnungshof- und Bautensprecherin. Ihre politische Laufbahn ist nicht nur durch eine große Vielfalt und Bandbreite ihrer Einsatzbereiche gekennzeichnet, sondern auch durch ihre Pionierinnenrolle als erste Gemeinderätin der Grünen in Linz, besonders aber als erste weibliche Vorsitzende eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses (ab 18.11.2011; am 18.9.2012 legte sie den Vorsitz zurück). Einen Prozess gegen den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, den sie als „Schutzpatron der Steuerhinterzieher“ bezeichnet hatte, verlor sie (rechtskräftiges Urteil vom 29.5.2013).
Wegen Gehörverlustes auf einem Ohr absolvierte sie Ende der Achtzigerjahre eine Spezialausbildung für SchulbibliothekarInnen; denn in dieser Tätigkeit, die einen Teil der Lehrverpflichtung darstellt, sah sie eine interessante Alternative, die sie auch während ihrer gesamten politischen Laufbahn für zwei Wochenstunden ausübte und die ihr Befriedigung und Entspannung von der politischen Arbeit bereitete. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Nationalrat mit 8. November 2017 war sie wieder am Akademischen Gymnasium in Linz tätig.
Ihre Aufgaben als hauptverantwortliche Bibliothekarin reichten von der Erwerbung, bei der sie wichtige Bestandsergänzungen vornahm und die Wünsche der KollegInnen berücksichtigte, über die formale und sachliche Erschließung bis zum Einstellen der Bücher, von der Beratung der SchülerInnen bis zur Zusammenstellung von Lesekoffern. Der Buchbestand beträgt rund 30.000 Bände.
Auszeichnungen: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2005).

Literatur / Quellen

Biographisches Handbuch der österreichischen Parlamentarier 1918–1998. Hg. v. d. Parlamentsdirektion. Wien 1998, S. 440.
Weißensteiner, Nina: Mandate futsch: Wo sich die Grünen nun betätigen. In: Der Standard, 19.11.2017.
Wikipedia v. Gabriela Moser (abgerufen am 21.12.2018).
http://www,parlament.gv.at/WWER/PAD_02853/index.shtml (abgerufen am 21.12.2018).
Auskünfte von Gabriela Moser.

Werke

Der deutsche Bund 1830–1848: Deutschland zwischen Repression und Integration. Phil. Diss.1997.

Biografieautor:

Edith Stumpf-Fischer

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