Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung

Die Projektinitiative „biografiA. biografische datenbank und lexikon österreichischer frauen“ wird seit dem 1. Juli 1998 unter der Leitung von Dr. Ilse Korotin am Wiener Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) durchgeführt und hat die umfassende historisch-biografische Aufarbeitung österreichischer Frauenpersönlichkeiten zum Ziel, wobei als örtlicher Bezug die jeweiligen historischen Landesgrenzen zugrunde gelegt wurden. Der Zeitrahmen spannt sich von der erstmaligen Nennung Österreichs bis zur Gegenwart.
Das Basisprojekt wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BM.W_F) in vier Projektphasen finanziert. Zentrum des Projekts ist die lokale Datenbank (derzeit ca. 19.618 Datensätze). Laufend werden weitere Datensätze aus diversen wissenschaftlichen Publikationen und Printmedien sowie aus Kooperationen mit anderen Dokumentationsstellen erarbeitet und fließen in die Datenbank ein.
Das Projektdesign orientiert sich an einem Modulsystem: Die Ausarbeitung von Textbiografien wurde in Form von mehreren thematischen Modulen in Einzelprojekte ausgegliedert.

Bevorstehende Veranstaltungen

ONLINE-VORTRAG & BUCHPRÄSENTATION
Susanne Blumesberger:
Hermynia Zur Mühlen – widerständig und innovativ.

Dienstag, 5. Oktober 2021, 18:30 via Zoom
https://zoom.us/j/96377013337?pwd=bzZGWVZFREMxNk1pdVZoTjlnNHFPUT09

Hermynia Zur Mühlen wurde 1883 als Gräfin Folliot de CrennevillePoutet in Wien geboren und entstammte einer der angese-hensten Familien der Monarchie. Ihr Leben war geprägt vom Widerstand gegen die Familie, gegen die Unterdrückung der Frau, gegen soziale Ungerechtigkeiten und gegen den Faschismus. Dank ihrer proleta-rischen Märchen, in denen sie dem Arbei-terkind komplexe gesellschaftliche Prozesse in einfacher Weise zu erklären versuchte, zählte sie zu den bekanntestenKinderbuchautorinnen der proletarischrevolutionären Literaturbewegung der Weimarer Republik.Außerdem übersetzte sie nahezu 150,meist sozialkritische Werke russischer, französischer, englischer und amerikani-scher AutorInnen, u.a. Upton Sinclair. In ihren eigenen Romanen verknüpfte sie vielfach die Erfahrungswelt der Aristokratie mit sozialistischen und frauenbewegten Problemstellungen. In demnach ihrer Emigration verfassten Roman Unsere Töchter, die Nazinenschildert sie den Sieg des Nationalsozialismus, die Auswirkungen des Antisemitismus und die Formierung von Widerstand.

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