Dirnhuber Annie (Anna), geb. Stern; Buchhändlerin
Geb. 28.2.1892
Gest. ?
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Bernhard Stern (†1906), Antiquar; Mutter Antonie übernahm nach dem Tod des Vaters das Unternehmen und übertrug es 1923 auf ihre beiden Töchter Therese Reichmann und Annie Dirnhuber.
LebenspartnerInnen, Kinder: heiratete 1919 (zivil., 1924 röm. kath.) den Architekten Karl Dirnhuber (*1889 ), Ing. Dr.techn., der in der Zwischenkriegszeit vor allem mit der Errichtung von Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien hervortrat. Eine seiner bedeutendsten Aufgaben war die Umgestaltung des Währinger Friedhofs zu einer Parkanlage. In Wien 13, Konrad Duden-G. 71 errichtete D. 1928 auch ein Wohnhaus zum eigenen Gebrauch; zwei Kinder: Peter (*1919), Johanna Maria Eva (*1927).
Laufbahn: Inhaberin der 1862 gegründeten und seit 1903 im Familienbesitz befindlichen Buchhandlung und des Antiquariats Anna Dirnhuber, vorm. C. Teufens Nachf. in der Wiedner Hauptstraße 13 in 1040 Wien. Neben wertvollen Antiquariatsbeständen lag der Schwerpunkt auf technischer Literatur und Schulbüchern. Angesichts der drohenden Zwangsenteignung versuchte A. D. zunächst, die Buchhandlung ihrem „arischen“ Ehegatten und dem Angestellten Anton Fric zu übertragen. Schließlich wurde – nach anfänglichen Bedenken der abwickelnden Stellen – am 24.9.1938 jedoch nur die Übernahme durch Fric genehmigt. Es wurde ein Kaufpreis von 23.000 RM festgelegt, der später auf 15.000 RM gesenkt wurde und den Fric mit Hilfe der stillen Gesellschafterin Barbara Rothe aufbrachte. Im Februar 1942 musste das Geschäft geschlossen werden, da Fric dem Einberufungsbefehl Folge leisten musste. Fric kehrte am 23. August 1945 zurück und erhielt eine Konzession. Aus einem Schreiben in den Akten des Landesgremiums geht hervor, dass er sich mit A. D., die in England lebte, offenbar in Verbindung gesetzt und geeinigt hatte. Fric führte die Buchhandlung bis 1977, dann ging sie in den Besitz der Firma Manz über. Nach anderen Quellen floh das Ehepaar 1939 nach London, wo sich alle Spuren verlieren.
L.: Hupfer 2003, Pawlitschko 1996, Wikipedia, www.avotaynu.com/, http://www.azw.at/www.architektenlexikon.at/