Sicka Leopoldine, Ella, Poldi; Widerstandskämpferin und Monteurin

Geb. Wien, 20.11.1923

Gest. Wien, 11.1.1944

Herkunft, Verwandtschaften: L. S. kam aus einer sozialdemokratischen Familie.

LebenspartnerInnen, Kinder: Ihr Verlobter K. Brzica (*1920), Metalldreher aus Wien-Favoriten, wurde am 24.5.1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Ausbildungen: Sie besuchte die Grundschule in Wien-Favoriten.

Laufbahn: L. S. arbeitete als Hilfsarbeiterin, später als Monteurin in einer Radiofabrik. Sie war Jugendführerin und Funktionärin des KJV, Sprengelleiterin des Gebietes II, zu dem die KJV-Gruppen aus dem 3., 5., 10. und 11. Bezirk gehörten (Weinrich: 10., 11. u. 12. Bez.). Sie gehörte zur Gruppe „Soldatenrat“, die die von ihnen entworfene Russlandkarte an tausende Soldaten verschickte. Darin wurde sehr einfach dem Betrachter vor Augen geführt, dass Hitler den Krieg gegen die Sowjetunion nicht würde gewinnen können. L. S. machte bei der Brandplättchenaktion des Chemikers Walter Kämpf mit und wurde in der Straßenbahn verhaftet. Nach ihrer Verhaftung am 5.6.1942 wurde sie in die U-Haftanstalt Wien II gebracht. Aus der Haft geschmuggelte Grüße an ihre Verwandten und Kassiber drückten ihre Hoffnung aus, mit einer Zuchthausstrafe davonzukommen. Am 12.10.1943 wurde sie vom VGH zum Tode verurteilt. Mit 20 Jahren war sie nach Anni Gräf, ihrer Verbindungsfunktionärin zum 5. Bezirk, die zweitjüngste im LG I geköpfte Frau.

Ausz.: Ihr Name findet sich auf einer 1954 von der KPÖ gestifteten Gedenktafel auf ihrem Wohnhaus (Wien 10, Quellenstr. 33); Ehrenhain der hingerichteten WiderstandskämpferInnen, Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 40.

Qu.: Datenbank DÖW.

L.: Brauneis 1974, BLÖF, Dokumentationsarchiv 1984, Tidl 1982, Weinert 2004, http://www.klahrgesellschaft.at/