Schikola, Gertraud

auch Gertraut

* 16.10.1931, Wien, † 16. 5.1992, Wien
Bibliothekarin, Kunsthistorikerin und Goldschmiedemeisterin

Besuch des Mädchenrealgymnasiums in der Albertgasse, Wien, 1949 Matura; Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien, Stipendium am Österreichischen Kulturinstitut in Rom; 1960 Promotion. Absolvierung der Goldschmiedelehre und der bibliothekarischen Ausbildung; ab 1.3.1962 Staatsbibliothekarin, ab 1.1.1975 Staatsbibliothekarin im Höheren Bibliotheksdienst der Verwendungsgruppe „A“ und Leiterin der Fachbibliothek für Kunstgeschichte bis zu ihrem Tod.

G. Sch.s Vater studierte Germanistik und unterrichtete am Gymnasium Deutsch, Latein, Philosophie. Darüber hinaus war er Mundartforscher und betrieb ein Jahr lang diese Studien noch vor 1914 in Prag. Nach dem Militärdienst im Krieg und 5-jähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien begann er zu unterrichten. Die Mutter führte den Haushalt.
Ihre Schwester Ingrid Schillinger besuchte die Hetzendorfer Modeschule der Stadt Wien und absolvierte die Fachklasse Leder.
G. Sch. besuchte das Mädchenrealgymnasium in der Albertgasse, und legte am 6.7.1949 die Matura ab. Ihre universitäre Bildung genoss G. Sch. an der Universität Wien. Während des Studiums erhielt sie ein Stipendium und verbrachte dadurch ein Jahr im Österreichischen Kulturinstitut in Rom. Am 15.7.1960 erfolgte ihre Promotion bei den Professoren Swoboda und Lhotsky, die sie mit dem Dissertationsthema: „Beiträge zu einer Prandtauer-Monographie“ abschloss.
Sie studierte nicht nur Kunstgeschichte, sondern war auch eine Goldschmiedemeisterin. Sie absolvierte die Goldschmiedelehre bei Elfriede Berbalek, einer der ersten Goldschmiedemeisterinnen. Des weiteren absolvierte sie die bibliothekarische Ausbildung. Ab 1.3.1962 war sie Staatsbibliothekarin. Ab 1.1.1975 war sie Staatsbibliothekarin im Höheren Bibliotheksdienst der Verwendungsgruppe „A“ und Leiterin der Fachbibliothek für Kunstgeschichte. Sie leitete die Bibliothek 30 Jahre bis zu ihrem Ableben, ein Monat vor der Pensionierung. G. Sch. Gestaltung und Systematik der Bibliothek war praktisch auch nach Jahrzehnten nach ihrem Tode ausschlaggebend.
G. Sch. galt als sehr tolerante Frau, die ihre Prinzipien niemandem aufgezwungen hätte.
Sie war Mitglied des Verbands der Akademikerinnen Österreichs, wo sie auch einige Funktionen inne hatte.
G. Sch. blieb ledig und war römisch- kath.

Werke

Beiträge zu einer Prandtauer-Monographie. Diss. Wien, 1959.
Gem. mit Pächt, O. / Rosenauer, A. / Oberhaidacher, J.: Methodisches zur kunsthistorischen Praxis, Ausgew. Schriften, Prestel, 1977.
Gem. mit Pächt, O. / Rosenauer, A. / Weber, G.: Kunsthistorische Forschungen: Otto Pächt zu seinem 70. Geburtstag. Residenz Verlag, Salzburg , 1972.
Gem. mit Ginhart, K. / Poch-Kalous, M.: Plastik in Wien. Verein für Geschichte der Stadt Wien, Wien, 1970.
Wiener Plastik der Renaissance und des Barocks, in: Verein für Geschichte der Stadt Wien (Hg.): Geschichte der Stadt Wien. Neue Reihe. Bd. VII, Wien, 1955-70.
Der Kremsmünsterer Hof in Linz. Kunstjahrbuch der Stadt Linz, 1961, S. 37-44.
Jakob Prandtauers Entwurf für das Stift Klosterneuburg. In: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg, Klosterneuburg: Buch- und Kunstverl., Bd. 10, 1961, S. 175 – 188; zusätzlich in: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg. N.F., Bd. 1.
Rezension im „Deutschen Archiv“, Bd. 18, S. 300 (Rezension Nr. 1).

Literatur / Quellen

BiografieautorIn:

Venceslava Orlinski-Raidl & Ingrid Schillinger

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