Salzer Grete

Staudengärtnerin, Gartenarchitektin und Schulleiterin

Geb. Wien, 5.4.1882
Gest. wahrscheinlich London, Großbritannien, um 1940

Herkunft, Verwandtschaften: G. S. war das zweitjüngste von acht Kindern der Eheleute Bernhard Salzer (1837-1919) und Jenny geb. Pintér (1847-1922). In der assimilierten jüdischen Familie des Wiener Bürgertums wurde große Bedeutung auf die Ausbildung der Kinder und deren wirtschaftliche Selbstständigkeit gelegt. G. S.s fünf Brüder waren alle selbständige Unternehmer. Oskar (1874-ca. 1966) und Richard (1874-1957) leiteten von 1909 bis zur Enteignung 1938 eine Weingroßhandlung in Wien. Franz (1876-ca. 1964) und Rudolf (1878-ca. 1960) führten ab 1912 eine Maschinenbaugesellschaft; Paul (1879-1966) besaß in Offenbach/Main eine Fabrik für Lastenaufzüge. Über G. S.s älteste Schwester Helene Pekarek, geb. Salzer (*1874) ist nur wenig bekannt, ihre jüngste Schwester Alice (1885-1890) starb bereits als Kleinkind.

LebenspartnerInnen, Kinder: G. S. war unverheiratet und kinderlos. Sie lebte bis zu ihrer Emigration nach London im März 1939 in ihrem Elternhaus im 19. Wiener Gemeindebezirk.

Freundschaften: G. S. war über ihre weitreichende Familie mit zahlreichen Persönlichkeiten des Wiener Bürgertums bekannt. Sie dürfte aber auch andere Staudengärtnerinnen gekannt haben, wie z. B. Paula Mirtow, die ganz in ihrer Nähe ebenfalls einen eigenen Betrieb leitete.

Ausbildungen: G. S. besuchte um 1920 im Alter von 38 Jahren die Höhere Gartenbauschule für Frauen in Wien-Grinzing. Sie war 1920 Gründungsmitglied und Klassenvertreterin im Verein der Grinzinger Gärtnerinnen, dem Absolventinnenverband der Gartenbauschule.

Laufbahn: Um 1922 eröffnete G. S. an der Adresse ihres Elternhauses im 19. Wiener Gemeindebezirk ihren Betrieb Hortensium, der eine Staudengärtnerei, ein Entwurfsbüro und eine Gartenbauschule für Mädchen und Knaben umfasste. Ein Lehrabschluss der Schule ermöglichte eine Anstellung als Gehilfe oder Gehilfin, aber auch den Besuch einer höheren Gartenbauschule. G. S. erarbeitete Bepflanzungspläne für Gärten und führte Bepflanzungen aus. 1930 entwarf G. S. für Paul Khuner, den Bruder ihrer Schwägerin Alice, und dessen Frau Hedwig geb. Sommer den Garten ihres Landhauses in Payerbach am Semmering. Das Landhaus selbst planten Adolf Loos und Heinrich Kulka. Die Staudengärtnerei stellte zudem bis 1938 regelmäßig Pflanzen und Mustergestaltungen auf der Wiener Messe aus. Im Februar 1939 musste G. S. den Betrieb an Anna Klambauer und Erna Adam, eine Fachlehrerin an ihrer Schule, verkaufen. Zumindest bis 1942 führte Erna Adam die „Gartenbauschule Grete Salzer“ und den Gartenbaubetrieb Hortensium weiter. Laut den Meldeunterlagen des Wiener Stadt- und Landesarchivs floh G. S. im März 1939 nach London, wo sie vermutlich noch während des Krieges starb.

Werke

Garten Landhaus Khuner, Payerbach (1930), Umgestaltung eines alten Gartens (1932), Bepflanzung von Gärten in der Werkbundsiedlung, Wien (1932). Regelmäßige Ausstellungsbeiträge auf Ausstellungen der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft und auf der Wiener Messe.

„Gärtnerinnen sprechen über ihre Gärten. Österreichische Kunst Heft 7“ (Juli 1932)

Garten Landhaus Khuner, Payerbach (1930), Umgestaltung eines alten Gartens (1932), Bepflanzung von Gärten in der Werkbundsiedlung, Wien (1932). Regelmäßige Ausstellungsbeiträge auf Ausstellungen der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft und auf der Wiener Messe.

„Gärtnerinnen sprechen über ihre Gärten. Österreichische Kunst Heft 7“ (Juli 1932)

Literatur / Quellen

Qu.: Nachlass verschollen.

L.: Krippner/Meder 2010

BiografieautorIn:

Ulrike Krippner