Sagmeister Hermine

Hermi, verh. Pietzka; Hilfslehrerin und Widerstandskämpferin

Geb. St. Ruprecht, Kärnten, 24.1.1916
Gest. Klagenfurt, Kärnten, 2004

Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Anton Sagmeister, Lokführer; Mutter: Maria Sagmeister, geb. Pöck; ein Bruder.

LebenspartnerInnen, Kinder: Verlobter: Friedrich Pietzka, Elektromonteur, Leiter einer KJV-Zelle.

Ausbildungen: Lehrererinnenbildungsanstalt in Wien: September 1932 bis Februar 1935; Lehrerinnenbildungsanstalt in Klagenfurt: Februar bis Juni 1937.

Laufbahn: KP-Jungfunktionärin; Bergsteigergruppe. Von 1926 bis 1932 Mitglied der „Roten Falken“. Sie trat während ihrer Studienzeit in Wien 1934 dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) bei. Im selben Jahr übersiedelte sie nach Klagenfurt und wirkte dort gemeinsam mit ihrer Freundin Franziska Schneikel am Aufbau des KJV mit. Sie operierte im Rahmen des KJV entlang der Südbahnlinie, die die Industriegebiete dieser Region mit den Ortschaften Ternitz, Grünbach, Schlöglmühl, Pottschach, Gloggnitz und Neunkirchen einschloss; leitender Funktionär in diesem Gebiet war Karl Flanner; trotz der Konspiration wurden die KJV-Gruppen im Zuge der Verhaftungswelle 1934 enttarnt, was einen Neuaufbau unter erhöhter Vorsicht erforderte. Ab 1937 bestand auf der S-Bahnstrecke wieder eine KJV-Organisation, die das obersteirische Industriegebiet und Kärnten einschloss, wobei die Verbindungen bis Hallein und Salzburg sowie Innsbruck weitergingen. Geleitet vom Mitglied der „Provinzkommission“ (PROKO), nach 1938 von H. S., wurde hier ein Netz von Zellen vor allem in den Betrieben aufgebaut. Im April 1938 trat sie, vermutlich auf Weisung der KPÖ, dem BDM bei. Sie war auch Mitglied des NS-Lehrerbundes. Sie versuchte ab April 1939 Verbindungen zu jugoslawischen KommunistInnen herzustellen. Am 31. Mai 1939 wird H. S. verhaftet, im Juni mehrfach von der Gestapo verhört und ab 24. Juni 1939 im Gerichtsgefängnis des LG Graz inhaftiert. Am 18. Oktober 1939 muss sie als Zeugin im Prozess gegen Franz Resch vor dem LG Graz aussagen. Am 10. April 1940 wird sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

biograph. Mitteilungen, Hinweise: Projektgruppe „Frauen im antifaschistischen Widerstand“.

Werke

Literatur / Quellen

Qu.: Datenbank DÖW.

L.: Baier 1987, BLÖF, Brauneis 1974, Historische Kommission, Klagenfurt 2004, Spiegel 1974, Zeugen Jehovas 1998

BiografieautorIn: