Pissarek-Hudelist, Herlinde

verh. Pissarek

* 5.6.1932, Innsbruck, Tirol † 19.6.1994, Innsbruck, Tirol
Katholische Theologin und Religionspädagogin, Wegbereiterin Feministischer Theologie

Geboren in Innsbruck. 1959 Heirat mit Theodor Pissarek (†1993); drei Töchter und ein Sohn.
Ab 1950 Studium an der Universität Innsbruck; Schülerin von P. Josef Andreas Jungmann SJ und Karl Rahner SJ. Bis 1983 war sie Religionslehrerin an verschiedenen Schultypen. An der Innsbrucker Theologischen Fakultät übernahm sie Schulpraktische Übungen für den Bereich der Berufsbildenden Höheren Schulen. 1981 wurde sie Vertragslehrerin im Hochschuldienst und 1984 erste Ordinaria am damals neu errichteten Institut für Katechetik und Religionspädagogik. Als erste Frau war sie von 1989 – 1993 Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck.
Nach schwerer Krankheit verstarb sie am 19.6.1994 im Alter von nur 62 Jahren. Ihr Grab befindet sich am Friedhof neben der Pfarrkirche Innsbruck-St. Nikolaus.

Ihre Hauptanliegen
Zu ihren großen Anliegen in der Ausbildung von Religionslehrerinnen und Religionslehrern gehörte die Förderung personaler und fachlicher Kompetenz. In ihrer religionspädagogischen Arbeit ging es ihr vor allem um eine wechselseitig kritische Vernetzung von systematisch-theologischer Reflexion und religionspädagogischer Praxis.
Zunehmend engagierte sie sich auch für Frauenfragen in und außerhalb der Kirche. Als Vorkämpferin war sie maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Feministischen Theologie. In Würdigung ihrer Verdienste wurde daher die Neuauflage des Wörterbuchs Feministischer Theologie der früheren Mitherausgeberin gewidmet.
Mit großer Leidenschaft setzte sie sich für die Gleichstellung der Frau in der Kirche, für die Solidarität mit Schwächeren und angesichts aktueller Probleme für mehr „Atem- und Freiraum“ in der Kirche ein. Bis kurz vor ihrem allzu frühen Tod ermunterte sie, die Visionen von einer offenen Kirche wach zu halten und weiter zu entwickeln. Als Wegbereiterin Feministischer Theologie und als mutige Kämpferin für eine geschwisterliche Kirche hat sie sich bleibende Verdienste erworben.

Werke

Die Gottesfrage im Religionsunterricht heutiger Jugendlicher. In: Zeitschrift für Katholische Theologie 103, 1980, S. 289-308, S. 401-424.
Feministische Theologie – eine Herausforderung? In: Zeitschrift für Katholische Theologie 103, 1981, S. 289-308, S. 400-425.
Mitherausgeberin: Wörterbuch Feministischer Theologie, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus), 1991.

Literatur / Quellen

Bader, G. / Heizer, M.: Theologie erden. Erinnerungen an Herlinde Pissarek-Hudelist, Thaur (Kulturverlag), 1996 (Bibliographie).
Art.: Pissarek-Hudelist, Herlinde, in: Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), 3. Aufl., 8. Bd., Freiburg i. Br., Herder, 1999, Sp. 317.

BiografieautorIn:

Günther Bader

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