Projektbearbeiterin: Brigitte Bischof
Finanzierung: Jubiläumsfonds der OeNB

Im Rahmen des Moduls „Naturwissenschafterinnen“ wurden biografische und wissenschaftshistorische Studien zur Situation von Frauen in den Naturwissenschaften in Österreich durchgeführt.
In dieser Sammlung berühmter und auch weniger bekannter österreichischer Wissenschafterinnen scheint bestätigt, dass Naturwissenschafterinnen – im Vergleich zu anderen Disziplinen – in der Wissenschaftsgeschichtsschreibung seltener vorkommen. Eine Grundannahme des vorliegenden Projekts besteht jedoch in der Vermutung, dass die verschiedene Verteilung der Biografien mehr mit der unterschiedlich detaillierten Aufarbeitung der Situation in den einzelnen Disziplinen begründet werden könnte.
Ein oberflächlicher Blick auf die wenigen offiziell anerkannten Wissenschafterinnen wird dem Beitrag von Frauen nicht gerecht: für Frauen war in der kurzen Tradition seit ihrer Zulassung zu höherer Bildung der Zugang zu wissenschaftlicher Tätigkeit allgemein nicht leicht, und ein Aufsteigen zu renommierten, nach außen leicht wahrnehmbaren Positionen und Anerkennungen meist durch gesellschaftliche Hindernisse völlig unterbunden oder zumindest erschwert. Um das Leben und Wirken von Wissenschafterinnen – und im Speziellen von Naturwissenschafterinnen – dem schleichenden Vergessenwerden zu entreißen, ist eine genauere und detailliertere Betrachtung vonnöten.
Diese Betrachtungsweise wurde hier für die Universität Wien durchgeführt, wobei jene Frauen als Naturwissenschafterinnen angesehen wurden, die ein „naturwissenschaftliches“ Studium (inklusive Mathematik) absolviert haben. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits ein erster Blick in die Dissertationsverzeichnisse der Universität Wien bestätigt, dass die Wahl eines naturwissenschaftlichen Studienfachs für eine Studentin keine Ausnahme darstellte. Von 1900 bis 1945 haben ca. 1000 Frauen eine Dissertation in einem naturwissenschaftlichen Studienfach approbiert.
Ziel des Projekts war die Sammlung möglichst vieler und unterschiedlicher Biografien und Lebensläufe von Naturwissenschafterinnen, von den ersten Studentinnen, die ein naturwisssenschaftliches Fach an der Universität Wien studiert und absolviert haben bis zu den ersten Professorinnen, und darin eingeschlossen das Aufspüren von Kontinuitäten und Brüchen – in der Entwicklung der einzelnen Studienfächer wie auch in den einzelnen Biografien.

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