Kainz Christine

geb. Guggenberger; Bibliothekarin
* 12.1.1927, Wien, † 14.10.2004, Wien

Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Dr. Sigmund Guggenberger, öffentlicher Verwalter der RAVAG, Mutter: Anna Guggenberger, geb. Fitzinger.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1959 Heirat mit Dr. Heinrich Kainz (später Direktor der Wirtschaftskammer Wien), Sohn: Dr. Christoph Kainz (geb. 1960), Tochter: Michaela, kurz nach der Geburt (1966) gestorben.
Ausbildungen: Nach dem Abschluss des Gymnasiums 1945 (kriegsbedingte Schulwechsel, u. a. Gymnasium der Ursulinen in Wien und Gymnasium Boerhaavegasse in 1030 Wien) studierte Christine Kainz an der Universität Wien Geschichte mit den Nebenfächern Philosophie und Germanistik und promovierte im März 1950 zum Dr. phil.
Laufbahn: Am 1. April 1950 begann Christine Kainz ihren Dienst bei der Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung im Büro des Generaldirektors. Unter anderem war sie hier für die Gestaltung und Herausgabe der Mitarbeiterzeitschrift „Postrundschau“ zuständig.
Mit 1. Mai 1955 übernahm Christine Kainz die „Amtsbibliothek“ der Post-Generaldirektion. Unter Ihrer Leitung wurde diese Stelle nach modernen Gesichtspunkten reorganisiert und zu einer wissenschaftlichen Fachbibliothek ausgebaut. Ebenso führte Frau Dr. Kainz die dokumentarische Erschließung des post- und fernmeldetechnischen Schrifttums ein. Im Jahr 1975 wurde die Amtsbibliothek aufgrund eines erweiterten Aufgabenbereiches (z. B: Erstellung des täglichen Pressespiegels) zur Abteilung „Information und Dokumentation“.
Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin wurde Christine Kainz mehrmals mit Sonderaufgaben betraut: Beim 15. Weltpostkongress 1964 und beim CCIR-Kongress 1965 wurde sie vom Kongresspräsidenten Generalpostdirektor Dr. Benno Schaginger zur persönlichen Assistentin berufen. 1985 wirkte sie bei der Landesausstellung „2000 Jahre Post“ in Schloss Halbturn als wissenschaftliche Beraterin führend mit.
Ein besonderes Anliegen war ihr die Intensivierung der Zusammenarbeit mit österreichischen Behördenbibliotheken und internationalen Postbibliotheken im Rahmen von CEPT. Sie arbeitete daher engagiert in den entsprechenden Gremien.
Mit 31. Dezember 1992 trat Christine Kainz in den Ruhestand, betreute aber noch bis zu ihrem Tod ehrenamtlich posthistorische Forscher und Philatelisten in der Bibliothek der Österreichischen Post.
Neben und nach ihrer beruflichen Tätigkeit, aber in enger thematischer Verbindung damit, publizierte Christine Kainz weit über 100 post- und fernmeldehistorische Beiträge und Studien, die maßgebend für die jeweiligen Fachgebiete waren.
Christine Kainz war Ehrenmitglied in mehreren philatelistischen Vereinen, unter anderem seit 1997 in der „ARGE Feld- und Zensurpost 1914/18“, in der „Austrian Philatelic Society“ in Großbritannien und seit 2000 im Österreichischen Philatelistenclub „Vindoboba“.
Für ihre Verdienste um die österreichische Philatelie erhielt Christine Kainz 1986 vom Verband Österreichischer Philatelisten-Vereine (VÖPh) als erste Frau die „Verbandsmedaille für philatelistische Forschung“ verliehen.
Der Bundespräsident hat das Wirken von Fr. Dr. Christine Kainz mit der Verleihung des „Goldenen Ehrenzeichens“ und des „Großen Ehrenzeichens in Silber für Verdienste um die Republik Österreich“ gewürdigt.

Werke

Post in Österreich 1945/46. Österr. Staatsdruckerei, Wien 1978.
100 Jahre Telephonie in Österreich. Wien 1981.
Die Post hat einen Brief für Dich – Botenposten und Postboten. Radschin, Kautzen 1989.
Aus Österreichs Postgeschichte. Ein Kaleidoskop. Wien 1990.
Österreichs Post. Vom Botenposten zum Postboten. Brandstätter, Wien 1995.
Weiters publizierte Christine Kainz weit über 100 post- und fernmeldehistorische Beiträge und Studien in verschiedenen Zeitschriften, Jahrbüchern, Festschriften etc.

Biografieautor:

Eva Sinnmayer

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