Gardner, Beatrice

geb. Tugendnat
* 13.7.1933, Wien, † 5.6.1994, Padua, Italien
Psychologin

Emigration 1939 in die USA; 1954 B.A. am Radcliff College in Cambridge; studierte 1955/56 an der Brown University in Providence; B.D. Radcliffe College; M.D. Brown University; 1959 Ph.D. für Zoologie an der Oxford University; 1959 bis 1963 als Lehrerin für Psychologie am Wellesley College tätig, ab 1964 Fakultätsmitglied an der Abteilung für Psychologie der Universität Nevada, Reno; Professorin; 1972-1975 Mitglied der National Science Foundation.

B. G. wurde in Wien als Tochter von William und Ernet Tugendnat geboren. Im Alter von 6 Jahren emigrierte sie in die USA. 1959 schloss sie ihre universitäre Ausbildung mit einem Ph.D. in Zoologie an der Oxford University ab. Danach schlug sie eine akademische Karriere ein und forschte auf dem Gebiet des nonverbalen und verbalen Lernens von Sprache. Sie veröffentlichte zahlreiche Fachbeiträge. Bekannt wurde B. G. vor allem auch durch ihre erfolgreichen Experimente, Schimpansenkindern die amerikanische Zeichensprache beizubringen. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Schimpansin mit dem Namen Washoe, benannt nach dem Forschungszentrum in Washoe, Nevada. 1967 startete das Ehepaar B. und Allen Gardner (Heirat 1961) das Projekt, der Schimpansin Washoe die Zeichensprache zu lehren. Dabei lebte die Schimpansin, gleich einem Kind, im Haus der Gardners. Ihre Forschungsarbeit war von großem Erfolg gekrönt und nach fünf Jahren intensiver Arbeit schlossen sie das Projekt ab. Sie hatten erreicht, dass Washoe, gleich einem Kleinkind, mithilfe der Amerikanischen Zeichensprache kommunizieren konnte. Washoe wurde in das Institut für Forschung an Primaten an der Universität in Norman, Oklahoma, übergeben.
Die Forschungsarbeit der Gardners erntete vehemente Kritik, da vergleichbare Ergebnisse nicht mehr erzielt werden konnten, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass die sprachliche Entwicklung anderer Schimpansen in Labors und nicht im engen Familienverband erforscht wurde.
B. G. lebte in Reno und verstarb während einer Reise in Italien.

Werke

Gem. mit Gardner, R. A.: Teaching Sign Language to a Chimpanzee . In: Science, New Series, Vol. 165, No. 3894, 1969, S. 664-672.

Literatur / Quellen

Blumesberger, S. / Doppelhofer, M. / Mauthe, G. (Bearb.) / Österr. Nationalbibliothek (Hg.): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert. Saur, München, 2002.
Sullivan, W.: Beatrix T. Gardner Dies at 61, Taught Signs to a Chimpanzee. In: The New York Times vom 23.5.2008.

BiografieautorIn:

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