Feest, Johanna

geb. Wieser, Johanna E. Feest
* 17.7.1947, Wien
Ethnologin

J. F. ist die Tochter von Dr. Elisabeth Wieser und Dr. Walter Wieser, Oberstaatsbibliothekar. 1967 heiratet sie ihren Kollegen Christian Feest. Das Paar hat mehrere gemeinsame Kinder.
1965 beendet J. F. ihre schulische Ausbildung am Bundesrealgymnasium für Mädchen in Wien 19 mit der Matura. Im Wintersemester desselben Jahres beginnt sie ihr Studium an der philosophischen Fakultät der Universität Wien mit den Fächern Orientalistik und Völkerkunde. 1967 beschließt sie jedoch zu Völkerkunde im Hauptfach mit dem Nebenfach Allgemeine Sprachwissenschaft zu wechseln. Nach der Promotion 1973 bei den Professoren Haeckel und Hirschberg, forscht sie kurze Zeit in Bibliotheken in den USA, entscheidet sich aber bald dafür, sich ausschließlich ihren Kindern zu widmen. Trotzdem beschäftigt sie sich weiterhin mit ethnologischen Themen und ist als freiberufliche Ethnologin tätig.
Während ihrer Laufbahn sammelt sie für das Museum für Völkerkunde in Wien Kunstgegenstände aus Nordamerika und führt SchülerInnen durch das Museum. Ihre Vortragstätigkeit umfasst die verschiedensten ethnologischen Bereiche. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte verlagern sich im Lauf der Jahre von nordamerikanischen IndianerInnen und deren Ethnographie und Ethnohistorie hin zu den zeitgeschichtlich aktuellen Themen von Ethnozentrismus, dem Umgang mit dem Fremden in unserer Gesellschaft und dem Fremden im eigenen Ich. Sie vertritt ein neues Berufsbild in dem eine Verbindung von Psychotherapie und Ethnologie eingegangen wird, um den Weg einer Integration, die nicht verlangt, Identität aufzugeben, zu thematisieren und zu fördern.
Weitere Projekte befassen sich mit der Erstellung einer Ausstellung über Drogen, einer Vortragsreihe zur Aufdeckung von Trickbetrügern in der Esoterik-Szene und weiterer Mitarbeit im Museum für Völkerkunde. Eines ihrer neueren Themen ist der Kannibalismus, den sie als Metapher für Veränderung sieht und dessen gesellschaftlichen Einfluss sie untersucht.

Werke

Beiträge zur Ethnographie der Ottawa im nordöstlichen Nordamerika 1820-1860. Dissertation, Wien, 1973.
Gem. mit Feest, Ch.: Zur historischen Ethnographie des Schüttelzeltritus. In: Aus Theorie und Praxis der Ethnohistorie. Festgabe zum 65. Geburtstag von Walter Hirschberg. Gewidmet von seinen Schülern. Wiener Ethnohistorische Blätter, Beiheft 3, Wien 1974, S. 89-122.

Literatur / Quellen

Smetschka, B.: Frauen − Fremde − Forscherinnen. Leben und Werk der Absolventinnen des Wiener Instituts für Völkerkunde 1945- 1975. Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Frauengeschichte. (Europäische Hochschulschriften). Frankfurt/M., Berlin, 1997.

BiografieautorIn:

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