Boyko Elisabeth

geb. Spitzer
* 24.9.1892, Wien, † 1985
Botanikerin und Wüstenforscherin

Geboren am 24.9.1892 in Wien, gest. vor 1980; Studium an der Universität Wien, Promotion 1931 zur Dr.aphil. 1931 bis 1933 Studium an der Hochschule für Bodenkultur in Wien und in Holland, Frankreich und Italien; Emigration 1935 Palästina; 1936 bis 1942 Lehrerin für Gartenbau und Leiterin der Abteilung Gemüsebau der WIZO (Women’s International Zionist Organization), 1942 bis 1946 Regierungsbeamtin, 1947/48 Sicherstellung der Gemüseversorgung Jerusalems, ab 1948 wissenschaftliche Mitarbeiterin (Senior Research Officer) des Negev Institut für Trockenzonen-Forschung und im Forschungsrat des Büros des Premierministers; Zusammenarbeit mit ihrem Mann zu Versuchsgärten im Wüstengebiet und Forschungsprojekt über die Bewässerung mit Seewasser; 1947 Gründerin des Experimentalgartens in Eilat und 1957 des ökologischen Gartens in Beershebades; 1953 israelische Repräsentantin der internationalen Biologen der UNESCO; 1920 Heirat mit Dr. Hugo Nathaniel Boyko (1892-1970), drei Kinder, unter anderem die beiden Schriftstellerinnen Eva Avi Yonah (1921-2011) und Maya B. Doray.

E. B. wurde am 24.9.1892 in Wien als Tochter von Leopold Spitzer und Margarete Glesinger geboren. 1920 heiratete sie Dr. Hugo Nathaniel Boyko (1892 Wien-1970 Rehovot/Israel), Biometeor und Vizepräsident der International Society of Biometeorology.
E. B. promovierte 1931 an der Universität Wien zur Dr.aphil., darauf folgte 1931 bis 1933 ein Studium an der Hochschule für Bodenkultur in Wien und in Holland, Frankreich und Italien.
1935 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Palästina. 1936 bis 1942 war sie Lehrerin für Gartenbau und Leiterin der Abteilung Gemüsebau der WIZO (Women’s International Zionist Organization). 1942 bis 1946 war sie als Regierungsbeamtin tätig. 1947/48 sorgte sie für die Sicherstellung der Gemüseversorgung Jerusalems während der Belagerung. Ab 1948 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Senior Research Officer) des Negev Institut für Trockenzonen-Forschung und im Forschungsrat des Büros des Premierministers tätig. Mit ihrem Mann zusammen legte sie Versuchsgärten im Wüstengebiet an und führte ein Forschungsprojekt über die Bewässerung mit Seewasser durch. Sie konnten damit zeigen, dass zahlreiche Pflanzen auch mit Meerwasser gedeihen, attraktives Land für mögliche Einwanderer wurde damit gewonnen. E. B. ist unter anderem 1947 Gründerin des Experimentalgartens in Eilat und 1957 des ökologischen Gartens in Beershebades. Sie hielt Vorträge bei internationalen wissenschaftlichen Kongressen und im Rundfunk. 1953 war sie israelische Repräsentantin der Treffen der internationalen Biologen der UNESCO.
E. B. war Mitglied der University Women Organization, sowie Fellow der Royal Horticultural Society und Schriftführerin des International Committee on Ecological Climatography. 1959 erhielt sie die John-Fleming-Medaille für Förderung des menschlichen Wohles durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen, sowie 1969 den William F. Petersen Foundation Award (beide zusammen mit ihrem Mann), weiters den Franca-Verdienstorden für wissenschaftliche Forschung in Vermaille.

Literatur / Quellen

Boyko, H. (Hg.): Salinity and Aridity. New Approaches to old Problems. Dordrecht: Springer-Science +Business 1966.
Boyko, G. H.: The garden of Eilat: a biography of a husband and wife’s work in science. Sydney Jewish Museum, Sydney, 2006.
Cohen, H. / Carmin, I. J.: Jews in the World of Science: A Biographical Dictionary of Jews Eminent in the Natural and Social Sciences. Monde Publishers, New York, 1956.
Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hg. von Vierhaus, R., 2. erw. Ausgabe, Band 11, München: Saur 2008.
Gold, H.: Geschichte der Juden in Österreich. Ein Gedenkbuch. Olamenu, Tel Aviv, 1971.
Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert. Hg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. München: K.G. Saur 2002.
Killy, W. / von Engelhardt, D. / Vierhaus, R. et al: Deutsche biographische Enzyklopädie (DBE). Saur, München, 1995- 2003.
Oppenheimer, J. F. / Bin Gorion, E. / Lowenthal, E. G. et al.: Lexikon des Judentums. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh, Berlin, München, Wien, 1967.
Röder, W. / Strauss, H.A. (Hg.): Biographisches Handbuch der deutsch­sprachigen Emigration nach 1933 (= International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945). 3 Bände, Saur, Mün­chen, 1980–1983.
Stadler, F. (Hg.): Vertriebene Vernunft 1. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft. Internationales Symposion 19. bis 23. Oktober 1987 in Wien. Wien, 1988.
Who’s who in Israel, P. Mamut, University of California, 1956, 1963, 1965.

Werke

Gem. mit Mayer, E. J. / Goldes Scheuer, M. / Lewin, W.: The Negev: Facts, hopes and plans, WIZO Executive Department for Zionist Education, Tel-Aviv, 1951 im selben Jahr unter dem deutschen Titel „Der Negev und seine Zukunft“ erschienen.
The building of a desert garden: The first year’s experience of Elath at the north-eastern shore of the Red Sea. London, 1952.
Guide book for the Sam Fryer Ecological Desert Garden. Negev Institute for Arid Zone Research, Beersheva, 1962.
Gem. mit Boyko, H / Naff, T.: Plant growing with Sea-Water and Other Saline Waters in Israel and Other Countries ; Saline Irrigation for Agriculture and Industry. Dr. W. Junk N.V. Publishers 1968.

BiografieautorIn:

Susanne Blumesberger

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