Zerner Lisl,

Elisabeth, Elise, Liesl, verh. Paetel; Sprachlehrerin, Sekretärin und Widerstandskämpferin

Geb. Wien, 22.10.1905
Gest. Wien, September 1984

Herkunft, Verwandtschaften: Österreichische Staatsbürgerschaft, dann US-Staatsbürgerschaft; Vater: Theodor Zerner; Mutter: Susanne Brecher; Bruder: Fritz Zerner (1895-1951), Physiker.

LebenspartnerInnen, Kinder: 1943 in New York Heirat mit Karl Otto Paetel.

Ausbildungen: L. Z. besuchte in Wien eine höhere Schule und 1930 gemeinsam mit Josef Buttinger die Arbeiterhochschule.

Laufbahn: Sprachlehrerin; 1930 nach der Arbeiterhochschule Redaktionssekretärin der „Arbeiter-Zeitung“, Mitglied SAJ, 1934 nach den Februarkämpfen Mitglied des sogenannten „Schattenkomitees“ aus ehemaligen Parteiredakteuren und Mitarbeitern, vor allem der AZ, auf dessen Initiative die erste zentrale Fünfergruppe (später ZK) der RS unter Manfred Ackermann gebildet wurde; ab 1934 Sekretärin bei Dr. Paul Schick, einem Rechtsanwalt, der vor allem angeklagte Sozialisten vertrat; Mitarbeit im ZK der RS und im Schulungsausschuss, Jänner 1935 Verhaftung, März 1936 Angeklagte im großen Sozialistenprozess, 6 Wochen Arrest, dann wieder illegale Arbeit; Ende 1936 bis Anfang 1937 3 Monate Anhaltelager Wöllersdorf (?), Ende 1937 erneut verhaftet, vermutlich durch Schuschnigg-Amnestie befreit; 1938 Frankreich (?), 1940 Emigration in die USA, nach der Heirat Mitarbeiterin ihres Mannes.

Ausz.: 1981 Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs.

Werke

„Gem. mit Paul Schick: Die Anpassung des Konspirationsgrades an die politische Situation. In: Die Revolution (theoretisches Organ der Revolutionären Sozialisten Österreich-RSÖ)“ (1936), „Die jugendliche Arbeiterin. In: Handbuch der Frauenarbeit in Österreich. Hg. von der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien“ (1930)

Literatur / Quellen

Qu.: IfZ Wien, IfZ München; Tagblattarchiv (Personenmappe).

L.: BLÖF, Buttinger 1972, Dokumentationsarchiv 1984, Kykal 1968, Leichter 1968, ÖNB 2002, Röder/Strauss 1980-83, Steiner 1973, Weinzierl 1975, Wisshaupt 1967

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