Tusch Marie

geb. Pirtsch; Tabakarbeiterin und Nationalrätin

Geb. Klagenfurt, Kärnten, 1.12.1868
Gest. Klagenfurt, Kärnten, 25.7.1939

Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Magd; Vater: Maurer oder Knecht; ein Bruder.

LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Anton Tusch (*1869), Sozialdemokrat, Werksführer bei der Eisenbahn. Eine Adoptivtochter.

Ausbildungen: Kam mit 7 Jahren über Vermittlung einer Gönnerin ins Kloster Maria Saal, wo sie im Dienstleistungsbereich arbeitete und die Volksschule besuchte.

Laufbahn: 1880, mit zwölf Jahren, Arbeiterin in der k. k. Klagenfurter Tabakfabrik, Arbeit als „Übernehmerin“ und einfache Zigarettendreherin; Mitglied und Vertrauensperson im 1903 gegründeten Fachverein der Tabakarbeiter und -arbeiterinnen in Klagenfurt. Bei der Gründungsversammlung traten dem Verein 200 Arbeiterinnen aus der Tabakfabrik bei, die das größte Unternehmen Kärntens war und aus der viele sozialdemokratische Politikerinnen Kärntens kamen; 1910 Gründung der sozialdemokratischen Frauenorganisation Kärntens; Vorsitzende des Frauenlandeskomitees für Kärnten, Obfrau der Tabakarbeiterschaft, Mitglied des Gemeindeausschusses St. Ruprecht bei Klagenfurt, Mitglied der Landesparteivertretung der SDAP Kärnten; nach dem 1. Weltkrieg Vorsitzende des Kärntner Landesfrauenkomitees der SDAP, Mitglied der Konstituierenden Nationalversammlung SdP 4.3.1919 -9.11.1920, Abgeordnete zum Nationalrat (I.-III. GP) SdP 10.11.1920-1.10.1930, Abgeordnete zum Nationalrat (IV. GP) SdP 2.12.1930-17.2.1934, Teilnahme an allen Parteitagen der Ersten Republik.

Im Parlament engagierte sich M. T. vorwiegend in sozialpolitischen und frauenspezifischen Themen sowie zu Problemen ihrer Region. Sie wurde von ZeitgenossInnen als „sehr zäh“ und „kraftvoll“ geschildert, im Gegensatz zu ihrer zierlichen Gestalt.

Werke

Literatur / Quellen

Qu.: VGA, Tagblattarchiv (Personenmappe).

L.: Archiv der Kärntner Arbeiterbewegung, Blatnik 1975, Dinklage 1976, Hauch 1995, Kerndlinger 1930, Lauritsch 1992, Parlamentarierinnen, Verhandlungen. Parteitage 1889-1932, Die Unzufriedene 15.12.1928, www.onb.ac.at/ariadne/

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