Seidmann, Gertrud

* 16.9.1919, Wien
Schmuckhistorikerin, Glyptologin, Schriftstellerin und Lehrerin

G. S. legte in Wien die Staatsprüfung für Musik ab und absolvierte ein Semester Englisch und Musikwissenschaft an der Universität Wien. 1938 musste sie als Jüdin nach England emigrieren, besuchte die Universität Belfast (BA Hons 1st Class, MA) und lehrte in Londoner Schulen und an den Universitäten Southampton und Oxford Deutsch. Sie gründete die British Association of Teachers of German und widmete sich dem Gebiet der angewandten Linguistik, wobei sie sich besonders mit den Lehrmaterialien für den Unterricht in Deutsch beschäftigte. Sie schrieb Beiträge für Zeitungen und wissenschaftliche Publikationen, verfasste mehrere Lehr- und Lesebücher für den Unterricht in deutscher Sprache und gab die Werke von Erich Kästner, Heinrich Böll und anderen für den Schulgebrauch heraus. 1979 ließ sie sich frühzeitig von ihrer Lehrstelle an der Universität Southampton pensionieren um sich ganz der Schmuckgeschichte und der Glyptologie widmen zu können. In zahlreichen Aufsätzen und Beiträgen beschäftigte sie sich mit diesem Thema. In Oxford war sie Mitorganisatorin von Ausstellungen im Ashmolean Museum und assistierte John Boardman, Lincoln Professor in klassischer Archäologie beim Katalogisieren der Kollektionen von Schmuckstücken. Ab 1990 ist G. S. Research Associate des Instituts für Archäologie an der Universität Oxford.
G. S. wurde 1968 mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet, 1986 erfolgte die Ernennung zum Mitglied der Society of Antiquaries of London. 1999 wurde sie mit der Festschrift ”Classicism to Neo-classicism. Essays dedicated to Gertrud Seidmann“, Martin Henig and Dimitris Plantzos BAR International Series 793 Oxford, 1999 geehrt.

Werke

Deutsche Dialoge. University of London Press, London, 1951.
Übung macht den Meister. Fifteen short sketches in German. George G. Harrap & Co, London, 1961.
Die englische Elisabeth. Ein leichtes deutsches Lesebuch. Neville Spearman, London, 1964.
Nichtgenügend! Setzen! Ein leichtes deutsches Lesebuch. Neville Spearman, London, 1964.
Reise nach Salzburg. Longman, London, 1975.
Marriage Rings Jewish Style. In: Connoisseur 206; 827; 1981, S. 48-51.
The taste for engraved gems. In: The Ashmolean 4, 1983, S. 14-17.
Wilhelm Schmidt – The last neo-classical gem engraver. In: Apollo 317, 1988, S. 12-16.
Eine kurfürstliche Gemmensammlung und ihr Schicksal. In: Ruperta Carola XL 82 (1990), 1991, S. 25-29.
A sapphire cameo of Madame. In: Jewellery Studies IV, 1991.
A very useful, curious and ancient art. In: The Virtuoso Tribe of Arts and Sciences – Studies in the Eigtheenth Century Work and Membership of the London Society of Arts, University of Georgia Press, 1992.
Portrait Cameos. In: Portraits in Context, 1993.
Gem-Engraving (post medieval). (the history of gem-engraving from 1400 to the pre-sent day). In: The Dictionary of Art, Collectors and Collections. 12, 1996, S. 257-67.
The Grand Tourist´s favourite Souvenirs: Cameos and Intaglios‘. In: RSA Journal 144/5475; 1996, S. 63-66.
Chambers´s Catalogue of Casts of Engraves Gems. In: Sir William Chambers – Cataloque of Architectural Drawings in the Victoria and Albert Museum V&A Publications, 1996, S. 27-30.
Personal Seals in Eigteenth and Nineteenth Century England and their Antecedents. In: 7000 Years of Seals London: BM Press, 1997, S. 143-160.
An Eighteenth Century Collector as Patron: the 4th Duke of Marlborough and the London Engraver´s. In: Engraved Gems: Survivals and Revivals (Washington DC. National Gallery of Art), 1997.
A gift from Gabriele D’Annunzio. In: Ateneo Veneto, 2000, S. 219-226.

Literatur / Quellen

Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1911- 1965. München et al. 1976- 1981.
Stern, D.: Werke von Autoren jüdischer Herkunft in deutscher Sprache. Eine Bio-Bibliographie. 3. Aufl. München, 1970.
The British Library General Catalogue of Printed Books to 1975. New York, London, Paris, 1979.

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