Prager Mathilde, geb. Lucca (Lucka), Ps. Erich Holm; Schriftstellerin und Übersetzerin

Geb. Wien (od. Prag), 3.1.1844

Gest. Wien, 1.2.1921 (7.2.)

Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Dr. Samuel B. Lucca, bekannter Marienbader Badearzt.

LebenspartnerInnen, Kinder: 1872 Heirat mit Prof. Moritz Josef Prager (1824-1888), verwitwet.

Laufbahn: Nachdem sich M. P. kurzfristig mit Übersetzen aus dem Englischen beschäftigt hatte, wandte sie sich bald den skandinavischen Sprachen zu und kultivierte auch den literarischen Essay. Mehrere Jahre lang schrieb sie zahlreiche Essays, unter anderem für das „Magazin für die Literatur des In- und Auslands“, für die „Gegenwart“, die „Neue Revue“ und die „Nation“. Der dänische Literaturhistoriker Georg Brandes betraute sie von 1885 bis 1920 mit Übersetzungen seiner Arbeiten, die sie teils für die „Neue Freie Presse“ und andere Blätter, teils für Verlage ins Deutsche übersetzte. M. P. machte den deutschen Sprachraum mit August Strindberg bekannt, dessen Werke sie ebenfalls übersetzte.

W.: „Jenseits der Ehe. Novelletten“ (1900), „Henrik Ibsens politisches Vermächtnis. Studien zu den vier letzten Dramen des Dichters“ (1906). Übersetzungen u. a.: „Strindberg, A.: Schlüssel des Himmelreichs oder Sanct Peters Wanderung auf Erden. Märchenspiel“ (1893), „Strindberg, A.: Der romantische Küster auf Ranö“ (1895), „Lie, J.: Ein Mahlstrom“ (1888), „Heidenstamm, Werner von: Endymion. Roman“ (1892), „Tschudi, Cl.: Eugenie. Kaiserin der Franzosen“ (o. J.), „ Strindberg, A.: Leute auf Hemsö“ (1890), „Aakjaer Jeppe: Kinder des Zorns. Eine Gesindegeschichte“ (1912), „Strindberg, A.: Schärenleute“ (1921). Artikel in: Neues Frauenleben.

L.: Buchegger 2002, Eisenberg 1891, ÖNB 2002, Pataky 1898, Schmid-Bortenschlager/Schnedl-Bubenicek 1982, Wininger Bd. 4, 5, www.onb.ac.at/ariadne/