Ottilinger Margarethe; Ökonomin und Managerin

Geb. Steinbach im Wienerwald, NÖ, 6.6.1919
Gest. Wien, 30.11.1992

Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Anton Ottilinger; Mutter: Theresia.

Ausbildungen: Bundeserziehungsanstalt, Wien 3, Boerhavengasse: Matura; Hochschule für Welthandel als Werkstudentin, 1941 Promotion.

Laufbahn: Nach der Promotion wissenschaftliche Mitarbeiterin der „Wirtschaftsgruppe Eisen und Stahl Ostmark“, 1942 stv. Geschäftsführerin, 1945 Geschäftsführerin des „Fachverbandes der eisenschaffenden Industrie“ in der Bundeskammer. Ab 1947 Leiterin der Planungssektion im Bundesministerium für Vermögenssicherung. M. O. koordinierte in dieser Funktion die Pläne für den wirtschaftlichen Aufbau des Landes. Am 5. November 1948 wurde M. O. an der alliierten Zonengrenze, der Ennsbrücke in OÖ, aus dem Dienstwagen verhaftet. Im Wagen befand sich auch der Minister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung, Dr. Peter Krauland, dem die Weiterfahrt gestattet wurde. M. O. wurde wegen angeblicher „Spionage“ zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und verbrachte sieben Jahre in sowjetischen Gefängnissen. Nach Österreich zurückgekehrt wurde M. O. rehabilitiert. 1956 Konsulentin der ÖMV, 1958-82 erste Vorstandsdirektorin der ÖMV. Initiative zur Erbauung der Wotruba-Kirche in Wien-Mauer; Gründerin des Afro-Asiatischen Instituts in Wien, verbrachte ihre letzten Jahre als Tertiarierin bei den Servitinnen in Wien-Mauer.

Ausz.: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1974 Berufstitel Kommerzialrat.

Qu.: Tagblattarchiv/Personenmappe, ÖSta.

W.: „Die Donau, Wasserstraße Großdeutschlands und Verkehrsweg nach dem nahen Osten. Diss. (1941), „Die Familie entscheidet. Erfahrungen und Erkenntnisse in 7 Jahren Sowjethaft“ (1979)

L.: Amtskalender, BLÖF, Carsten 1983, Karner 1992, Schödl 2004, www.aeiou.at