Niegl Agnes

* 2.9.1913, Brunn am Gebirge, NÖ, † 2.3.2008, Brunn am Gebirge, NÖ
Pädagogin

A. N. besuchte die Volks- und Bürgerschule und absolvierte einen einjährigen Lehrgang für hauswirtschaftliche Berufe. Anschließend besuchte sie die Lehrerinnenbildungsanstalt, die sie mit der Matura 1932 abschloss. Danach legte sie die Befähigungsprüfung für Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen ab. Neben ihrem Beruf verfolgte sie ein Studium der Pädagogik, Psychologie und Hauswirtschaft, dass sie 1948 mit der Promotion zum Dr.phil. abschloss.
A. N. war als Lehrerin an Volks- und Hauptschulen in Niederösterreich und Wien tätig. In der NS-Zeit wurde sie mit der nicht zutreffenden Begründung „Präsidentin eines illegalen Kulturvereines“ zu sein, nach Polen strafversetzt. Nach Kriegsende kehrte sie nach Wien zurück und war wieder im Lehrberuf tätig. Ab 1948 war A. N. in der pädagogischen Abteilung des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst beschäftigt. 1960 gründete sie das Bundesinstitut für Heimerziehung. Seit 1959 schrieb sie auch Beiträge für die Zeitschrift „Unsere Kinder. Fachzeitschrift für Kindergarten, Horte und Heime“. Sie gilt als eine der großen Gründergestalten der Katholischen Aktion und Pionierin der Mädchenbildung und des Kindergartenwesens.
A. N. war Mitglied der Diözesansynode, des Akademikerverbandes und Leiterin der Kommission für Bildung und Erziehung beim Sekretariat der Bischofskonferenz, sowie Mitarbeiterin bei Konferenzen der UNESCO. Weiters wirkte sie bei der Gründung des Wiener Katholischen Akademikerverbandes mit und wurde Anfang der 1980er Jahre dessen Präsidentin. Außerdem betätigte sie sich im Studienförderungswerk „Pro Scientia“, im „Otto-Mauer-Fonds“ und im „Forum St. Stephan“.
Als erste Frau in Österreich erhielt sie den Ehrentitel eines Sektionschefs.
A. N. wurde mit dem Päpstlichen Silvesterorden, dem Stephansorden und dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich geehrt.

Werke

Zum Problem des Schulversagens im ersten Unterrichtsjahr. Phil. Diss., 1948.
Gem. mit Bayr-Klimpfinger, S.: Gegenwartsfragen der Kindergartenerziehung. Hg. im Auftrag des Bundeministeriums für Unterricht, Österreichischer Bundesverlag, 1950.
Zugang von Mädchen und Frauen zu technischen Berufen. Beitrag Österreichs zu einer auf internationaler Ebene gestellte Frage, o. J.
Gem. mit Bayr-Klimpfinger, S.: Erzähl uns was! Geschichten für Kleinkinder, 1966.
Schriften zur Mädchen- und Frauenbildung. Wien,1971.
Gem. mit Kann, W. G. / Pluhar, W.: Ich weiss, wer mir hilft. 1971.
Grundlagen für eine lernzielorientierte Förderung durch den Kindergarten. 1975.
Gem. mit Nagler-Nowak, M. / Klein, G.: Werkerziehung für Mädchen, o. J.
Gem. mit Strobl, K.: Erfahrungen und Versuche. 1985.
Frühe Kindheit. Fundament des menschlichen Lebens. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, 1985.
Gem. mit Kuchar, H. / Wurst, H.: Das Kindergartenwesen in Kärnten. Eine Dokumentation (1832-1995). Kärntner Landesarchiv,1997.

Literatur / Quellen

Strobl, K.: Dr. Agnes Niegl 70. In: Die Presse vom 2.9.1983.
www.erzdioezese-wien.at/content/artikel/a14422
Tagblattarchiv/Personenmappe, Mitteilung der Nichte Anna Mayrhofer v. 1.4.2004.

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