Lassnig Maria; Malerin und Grafikerin

Geb. Kappel am Krappfeld, Kärnten, 8.9.1919

Ausbildungen: 1941-1943 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl. Abschluss 1954 bei Albert Paris Gütersloh.

Laufbahn: 1948 erste Einzelausstellung in Klagenfurt, 1951 Beteiligung an der Ausstellung der „Hundsgruppe“ in Wien. Nach mehreren Parisaufenthalten und einem 12-jährigen Aufenthalt in New York 1980 Rückkehr nach Wien. Übernahme einer Professur an der Hochschule für angewandte Kunst. 1980 vertritt M. L. gemeinsam mit Valie Export Österreich auf der Biennale in Venedig. 1982 gründet sie in ihrer Meisterklasse Österreichs einziges Lehrstudio für Trickfilm. 1982 und 1997 werden ihre Arbeiten auf der documenta in Kassel gezeigt. Zahlreiche weitere Ausstellungen im In- und Ausland.

Nach surrealistischen Anfängen wirkt M. L. in den 1950er Jahren prägend für die informelle Malerei in Österreich. Kennzeichnend für ihr umfangreiches Werk sind jedoch die Körpergefühlsbilder, mit denen sie sich im Laufe der Jahre vollkommen von stilistischen Zwängen und Vorbildern löst. M. L. ist eine der ersten, die sehr früh mit ihrer Malerei die weibliche Position in der Kunstwelt und in der Gesellschaft reflektiert und den Einfluss des weiblichen Körpers auf Lebensentwurf und Biografie einer Künstlerin drastisch und offen darstellt.

Ausz., Mitglsch.: U. a. 1988 Großer Österreichischer Staatspreis, 1998 Oskar-Kokoschka-Preis, 2004 Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt, 2005 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.

W.: „Keine Verteidigung, Manifest zur Ausstellung‚Unfigurative Malerei’“ (1951), „Malrezepte, Katalog Galerie St. Stephan“ (1960), „Chancen für Kreative, Protokolle 68“ (1968), „Über die Kopfheiten, Zu den Strichbildern, Neuere Bilder, Biographie, Monographie zur Ausstellung“ (1985), „Landleute“ (2004)

L.: BLÖF, Breicha 1988, Bruegger 1999, Colden/Mandl 2007, Drechsler 1985, Drechsler 1999, Murken 1990, Schuemmer 2002, Weinzierl 1975, Weskott 1995, Maria Lassnig: Innenwelt und Außenwelt. In: Die Brücke, Nr.4, 1982, www.aeiou.at