Klingsberg Greta, geb. Grete Hofmeister; Sängerin und Übersetzerin

Geb. Wien, 11.9.1929

Herkunft, Verwandtschaften: Eine jüngere Schwester: Trude.

Laufbahn: Als 1938 Hitler die Macht ergriff, floh G. K. mit ihrer Familie in die Tschechoslowakei. Während die Eltern mit einem illegalen Schiff nach Palästina ausreisten, mussten G. und Trude in einem Brünner Waisenhaus leben. Die beiden Schwestern wurden jedoch 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort war die 13-jährige G. Mitglied in einem aus Häftlingen bestehenden Ensemble. Bis zu ihrer weiteren Deportation in das KZ Auschwitz spielte sie die weibliche Hauptrolle Aninka in der Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása in mehr als 50 Aufführungen. Fast alle Kinder aus diesem Ensemble werden von den Nazis umgebracht. G. K. gilt als einzige weibliche Überlebende. Im KZ Auschwitz wird sie von ihrer Schwester Trude getrennt, die das Lager nicht überlebt. Nach der Befreiung aus Theresienstadt, wohin sie kurz vor Kriegsende aus Oederan, einem Außenlager des KZ Flossenburg wieder verlegt worden war, geht G. K. nach Prag, wo sie eine englische Schule besucht. Sie wanderte zunächst nach London, später nach Jerusalem aus, wo sie 1946 ihre Eltern wieder trifft. Sie absolviert eine Gesangs-Ausbildung am Jerusalem Conservatoire und ist in der Folgezeit Mitglied prominenter israelischer Chöre. Neben ihrer Mitarbeit in der Musikabteilung des Israelischen Rundfunks widmet sie sich der hebräischen Übersetzung des Librettos von „Brundibár“ und macht diverse CD-Aufnahmen. G. K. lebt als weltweit gefragte Zeitzeugin in Jerusalem.

L.: Rhode-Jüchtern/Kublitz-Kramer 2004, Schneider/Pöschko o. J., Wikipedia, www.exil-archiv.de, Gespräch mit G. K.: http://www.antisemitismus.net/