Freud-Marlé Lilly; Schauspielerin und Rezitatorin
Geb. Wien, 22.11.1898
Gest. London, Großbritannien, 1.8.1970

Herkunft, Verwandtschaften: Nichte Sigmund Freuds; Tochter von Maria und Moritz Freud.
LebenspartnerInnen, Kinder: Das berühmte Lied „Lili Marleen“ von Hans Lip soll auf sie zurückgehen. 1917 Heirat mit Arnold Marlé, Schauspieler und Theaterleiter; Kinder: Omri Marlé (*1919).
Ausbildungen: Besuchte das Stern-Konservatorium in Berlin. Schauspielausbildung am Theater Otto Brahms in Berlin.
Laufbahn: Spielte unter anderem an den Münchner Kammerspielen. Nach einer kurzen Bühnenlaufbahn feierte sie umjubelte Auftritte als Rezitatorin, zunächst in Hamburg und auf Gastspielreisen. 1933 verließ sie mit ihrem Mann Deutschland. Sie war Mitglied des Jeßber-Ensembles. Im September und Oktober 1933 Gastspiele in Großbritannien und in den Niederlanden. Daneben war sie selbständige Vortragskünstlerin in den Niederlanden. Danach ging sie in die CSR. War in Prag tätig. 1935 gestaltete sie einen Rilke-Abend, im Mai 1935 rezitierte sie an der Kleinen Bühne des Neuen Deutschen Theaters Prag europäische und asiatische Dichtkunst. 1935 auch Vortragstätigkeit in Mährisch-Ostrau. 1939 emigrierte sie nach Großbritannien und eröffnete zusammen mit ihrem Mann in London eine Schule für Stimmbildung und Sprach-Therapie. Nach 1945 Rezitationsabende mit Texten unter anderem von Hans Christian Andersen an den Universitäten in Hamburg, Berlin, Kopenhagen und Jerusalem.

W.: „Mein Onkel Sigmund Freud. Erinnerungen an eine große Familie“ (2006)
L.: Tögel 2006, Trapp/Mittenzwei 1999, Weissweiler 2006, http://www.perlentaucher.de/autoren/