Beta Katharina, eigentl. Paterok Irmhild; Schriftstellerin
Geb. Brandenburg an der Havel, Deutschland, 2.2.1938

Herkunft, Verwandtschaften: Verbrachte ihre Kindheit in Berlin.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1968 geschieden, drei Söhne, Michael, Alexander, Stefan, drei Patenkin-der in Peru und Guatemala, um deren Zukunft sie sich im Sinne von Plan-International bemüht.
Ausbildungen: Diplom und Staatsexamen als Kinderschwester, Studium der Pädiatrie. Nach ihrer Genesung, Jahre später in Wien, Studium der osteuropäischen Geschichte und der russischen Sprache sowie der Philosophie.
Laufbahn: Arbeitete als Kinderschwester und finanzierte damit ihr Medizinstudium. Am 4.7.1970 erlitt sie einen schweren Autounfall mit offenem Schädel-Hirn-Trauma, in der Folge Totalamnesie. Nach siebenmonatigem Koma musste sie alles neu erlernen, was zum Lebensalltag gehört. Das Schreibenlernen begann sie über die kyrillischen Buchstaben, obwohl sie in ihrem früheren Leben keinen Bezug zur russischen Sprache hatte. Nach der Entlassung aus dem Spital lebte sie bei ihrer Mutter und den Kindern, es ließ sich durch die fehlenden Erinnerungen keine Verbindung herstellen, sie bleiben Fremde. Auch der Versuch wieder in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten erwies sich als unmöglich. Erst sieben Jahre später begannen die Mediziner mit einer Rehabilitationsbehandlung. Als erkannt wurde, dass keine Erinnerung zurück zu holen war, wurde ihr eine Berufs- und Arbeitsunfähigkeitsrente zugesprochen. 1981 ließ sie sich in der russisch-orthodoxen Kirche in Baden Baden mit dem Namen ihrer Patronin Katharina taufen. Aus dem Lernprozess des Schreibenlernens entwickelte sich später das Schreiben, es war für sie der Versuch, mit ihrer eigenen Neugierde, da die ganze Welt für sie neu war, umgehen zu lernen. Sie begann kurze Geschichten zu verfassen. Was es bedeutet durch den Sand einer Wüste zu gehen und mit bloßen Händen zu graben um Wasser zu finden, wurden Inhalte von Büchern. 1984 kam sie nach Österreich, lebte ein Jahr in Villach und von da an in Wien als freie Schriftstellerin. Seit 1997 ist sie österreichische Staatsbürgerin. Nach einer Fernsehsendung des ORF, in der sie eingeladen war über ihr Buch „Die russische Seele“ zu sprechen, wurde sie aufgefordert, ihre Autobiographie zu schreiben. Bis dahin schrieb sie nur Kurzgeschichten. Das Schreiben gehört nicht nur zu ihrem Leben, es bedeutet inzwischen Lebensinhalt. Sie engagiert sich in Jugendarbeit, unterstützt die Organisation Plan-International und gründete die Aktionsgruppe für Österreich und Wien um Kindern in Not helfen zu können, denn „Kinder, die am Verhungern sind, werden vom Beten nicht satt.“ Ihre Bücher „Katharsis“ und „Erkennst du mich“, in denen sie von ihrem Leidensweg berichtet, nahm sie aus dem Handel und verkauft sie über das Internet zur Unterstützung der Organisation Plan International. Durch die Medien wurde sie über Deutschland und Österreich hinaus bekannt. Sie hält Vorträge und schreibt Bücher um Menschen zum Nachdenken über sich selbst und den Lebenssinn anzuregen. Durch den Bestseller „Katharsis“ konnte sie vielen Menschen in krisenreichen Situationen Lebensmut vermitteln.
Mitgliedschaften: Mitglied der ai-Amnesty International Academy Österreich.

Zitate: „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“. „Beneide nicht den Adler, weil er fliegen kann, er kann nicht schwimmen wie du! Sei ehrlich zu dir selbst und denke darüber nach.“
biograph. Mitteilungen, Hinweise: Korrespondenz mit Susanne Blumesberger am 20.10.2003, 17.9.2005, www.katharina-beta.at

W.: „Der Narr hat das letzte Wort“ (1982), „Ikonenverehrung der Orthodoxen Ostkirche NOI Nr. 73, Klagenfurt (Vierteljahresheft)“ (1985), „Eine Flamme erfüllt sein Herz. Das Leben des Starez Siluan auf dem Athos“ (1986), „Die russische Seele. Vom Denken, Fühlen und Beten des russisch-orthodoxen Christen“ (1988), „Das Kiewer Höhlenkloster als Wiege des russischen Mönchtums“ (1989), „Malermönch Andrej Rubljow“ (1993), „Janus. Bd. I“ (1995), „Katharsis. Aus dem Wasser geboren. Autobiographie“ (2000, eine Taschen- und Hörbuchausgabe erschien 2001 bei Ullstein in München, eine Verfilmung des Buches ist geplant), „Erkennst du mich? Aphorismen. (Lebenshilfe in philosophischer Form)“ (2001), „Janus. Trilogie. Bd. II. Wenn wir alle nackt wären. Erzählung“ (2002), „Janus. Trilogie. Bd. III. Das Einfachste ist das Größte“ (2002), „Bist du der, auf den ich gewartet habe? (Katharsis II)“ (2005), „Du kannst mich nicht trösten“ (2005), „Ich liebe mich“ (2006); „Sei wie ein Baum“ (2009); „Ultimately. Letztendlich gilt Gottes Wille“ (2010)

Susanne Blumesberger