Stanton, Greta W.

geb. Wertheimer, Wertheimer-Stanton

* 9.4.1919, Wien, † 18.5.2011, Skillman, New Jersey, USA
Sportlerin, Sozialarbeiterin und Pädagogin

G. St. wurde als Tochter von Richard Wertheimer und Klara Deutsch in Wien geboren. Sie wuchs in einer gutsituierten, bürgerlichen, jüdischen Familie im 3. Wiener Gemeindebezirk auf und war ab ihrem 12. Lebensjahr im Schwimmklub „HAKOAH“ aktiv. 2004 war sie eine der sieben porträtierten Frauen in der Filmdokumentation: „Watermarks: The Jewish swimmig champions who defied Hitler“, die die Geschichte des Schwimmerinnen-Teams des HAKOAH Sportvereins im Wien der 1930er Jahre erzählt und die Sportlerinnen, die in den USA und in Israel leben, erneut in Wien zusammenbrachte.
G. St. besuchte das Gymnasium „Kundmanngasse“ in Wien und dann das „Akademische Gymnasium“. 1938 legte G. St. die Lehramtsprüfung in Wien ab. Im August 1939 konnte G. St. in die USA emigrieren. Von New York aus, wo sie am 5. September 1939 ankam, versuchte sie, ihre Eltern und ihre Großmutter aus Wien zu evakuieren. Dies gelang ihr im Oktober 1941, zwei Tage vor der geplanten Deportation ihrer Verwandten nach Polen. 1938/39 war sie Privatlehrerin in Großbritannien. 1943-1945 besuchte sie das Hunter College in New York, 1946 erhielt sie den ”Master’s Degree in Social Work“ der Columbia University. 1975/76 bildete sie sich als Familientherapeutin aus.
1948-1954 war sie an der Jewish Child Care Assn. in New York tätig. 1946/47 arbeitete sie als Sozialarbeiterin an der Wiltwyck School for Boys und 1954-1957 an der Childville Inc. in Brookly. 1959-1962 als Dozentin am Manhattan State Hospital tätig. 1962-1968 arbeitete sie als Lektorin an der School of Social Work for Psychiatry. Ab 1963 ist G. St. in Prüfungsausschüssen tätig. 1968-1971 Associate Professor für Verhaltenswissenschaft an der Fordham University in New York, ab 1971 an der Rutgers University in New Jersey als Associate Professor of Social Work tätig. Beschäftigte sich besonders mit Stieffamilien. Verfasste Beiträge für die Zeitschrift ”Abstracts for Social Workers“. 1988 wurde sie emeritiert. Während ihrer Pensionierung studierte G. St. im „Yad Vashem“ (World Center for Holocaust Research) in Jerusalem, arbeitete in New Jersey und war bei jüdischen Film-Festivals und Holocaust-Erinnerungsveranstaltungen tätig. 2009 veröffentlichte sie ihre Memoiren.
1963 heiratete sie Herbert G. Stanton (gest. 1987) und adoptierte dessen Kinder Andrew und Priscilla.

Werke

Children of Separation. Scarecrow Press, 1994.
Still Alive in the Shadow of Shoa. Xlibris Corporation, 2009.

Literatur / Quellen

Röder, W. / Strauss, H. A. (Hg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 (= International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933- 1945). 3 Bde., München, 1980- 1983.

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