Mumelter Maria Luise, verh. Thurmair, Ps. Mumelter-Thurmair, Thurmair-Mumelter; Schriftstellerin

Geb. Bozen, Tirol (Südtirol, Italien), 27.9.1912

Herkunft, Verwandtschaften: Tochter des Bozener Bezirkshauptmannes Ernst Mumelter und seiner Frau Itha Maria, geb. von Tschurtschenthaler; Cousine des Schriftstellers Herbert Mumelter.

LebenspartnerInnen, Kinder: 1941 Heirat mit dem deutschen Schriftsteller Georg Thurmair (2.2.1909 München-20.1.1984 München), sechs Kinder. Thurmair kam aus der Jugendbewegung und betätigte sich als Redakteur katholischer Zeitschriften sowie als Schriftsteller. Probleme mit dem Nationalsozialismus, ab 1936 im katholischen Pressebereich nur mehr unter Pseudonymen tätig. 1940-1945 Kriegseinsatz, nach 1945 leitende Funktionen in der katholischen Kirche.

Ausbildungen: Studium der Geschichte und Germanistik in Innsbruck, daneben Vorlesungen zur Liturgik bei dem Jesuiten Josef Andreas Jungmann. 1936 Promotion zum Dr.phil. mit der Dissertation „Irene von Byzanz, Gemahlin des deutschen Königs Philipp und die Beziehungen zwischen Byzanz, Sizilien und Deutschland in ihrer Zeit“.

Laufbahn: In Südtirol aufgewachsen, 1926 übersiedelte die Familie nach Innsbruck. Nach dem Studium zwei Jahre „in privater Stelle“ in Wien, ab Sommer 1938 als Bibliotheksassistentin des Tiroler Landesmuseums wieder in Innsbruck. Berufliche Tätigkeit vermutlich nach der Heirat 1941 aufgegeben; lebte ab 1949 in Düsseldorf, ab 1957 in München (Georg Thurmair avancierte zum Bildungsreferenten der katholischen Kirche der Erzdiözese München, ab 1968 des gesamten Freistaats Bayern).

Mitte der 1930er Jahre erschienen − neben dem Roman „Magdalen vom Erberhof“ − erste Laienspiele, die, geprägt von christlichem Gedankengut, die eigentliche Domäne der Autorin werden sollten. Darüber hinaus publizierte sie vor allem Legenden und Erzählungen sowie Ratgeber zur christlichen Erziehung. Ein weiterer großer Bereich umfasst katholische Kirchenlieder, Mitarbeit an einigen Diözesangebetsbüchern. Ab 1963 Mitarbeit am „Gotteslob“ aller deutschsprachigen Bistümer; rege Vortragstätigkeit zu Glaubens- und Erziehungsfragen. Nach dem Tod Georg Thurmairs gründete sie 1985 den „Freundeskreis Georg Thurmair“, der sein Andenken bewahren soll.

W.: (unter „Maria Luise Mumelter“): „Das Spiel von der Pilgerschaft“ (1934), „Magdalen vom Erberhof“ (1935), „Das Heimatspiel“ (1937 =Münchener Laienspiele 158. Auch mit dem Titel „Das Tiroler Heimatspiel“), „Das Spiel vom Herbergen. Weihnachtliches Frauenspiel“ (1938 =Christliche Gemeindespiele. 46), „Die Blindenlegende“ (1939 =Christliche Gemeindespiele 66), „Also hat Gott die Welt geliebt“ (ca. 1940), (unter „Maria Luise Thurmair-Mumelter“): „Gem. m. Georg Thurmair: Liebesgespräch im Kriege“ (1946), „Das Spiel vom Tiroler Herrgottsbund. Ein Krippenspiel mit Erdenkindern“ (1947), „Heilige Nacht“ (1947), „Vollendet im Glauben. Ein Spiel von der Herzogin Hedwig“ (1948), „Ein Rosenkranzspiel“ (1948), „Selig, ihr Armen. Ein Spiel um Sankt Elisabeth“ (1948), „Die Lieb ist stärker als der Tod. Ein Hochzeitsspiel“ (1948), „Unsere Liebe Frau vom Troste“ (1948), „Die Brautfahrt der Jungfrau Engratis. Legende“ (1948 =Rex-Kleinbücherei 29), „Sieg der Liebe“ (1949), „Festliche Gaben zur Hochzeit“ (1949), „Die Blindenlegende“ (1949), „Im Glanz der Liebe“ (1949), „Das Spiel vom Opfergang“ (1950), „Das größte aber ist die Liebe. 2 Bde.“ (1951. Früher: „Sieg der Liebe“), „Nun freut euch all. Ein Bilderbuch vom Kinde Jesu“ (1952), „Gabe Gottes“ (1954), „Die heilige Hedwig“ (1954 =Deutscher Osten 11), „Wie Gott die Welt erschuf. Ein Bilderbuch von den sieben Zeiten seiner Schöpfung“ (1954), „Vom Paradies und wie Adam und Eva es verloren haben“ (1954), „Fünf Paar Kinderschuhe“ (1956), „Sankt Notburg. Ein Spiel vom rechten Dienen“ (1957), „Lob der Güte“ (1957), „Lieder der Tröstung“ (1957), „Der fremde Gast“ (1957), „Von diesem Baum kam Freude in die Welt. Ein Hörbild zur Fastenzeit“ (1959), „Elternbrief zur Feier der Jahreswende und des Dreikönigsfestes“ (1959), „Passion Erl“ (ca. 1960), „Gnadenzeit für unser Kind. Über die Aufgaben der Eltern in der Vorbereitung ihres Kindes auf Beichte und Kommunion“ (1961), „Gem. m. Th. Schnitzer und M. Dirks: Eucharistie und Ehe. Hrsg. von Heinrich Sperr“ (1961), „Gem. m. Heino Schubert: Du rufst die Kinder all. Kindersingmesse“ (1961), „Was dein Herz bewegt. Ein Lebensbuch. Mit einem Beitrag von Georg Thurmair“ (1962), „Gnadenzeit für unser Kind. Über die Aufgaben der Eltern in der Vorbereitung ihres Kindes auf Beichte und Kommunion“ (1962“, „Komm. Bild uns Lesbogen zur eucharistischen Erziehung. 1 – 6. Hrsg. von Georg Thurmair und Elmar Gruber“ (1963), „Gem. m. Paul Zimmermann: Unser Rosenkranz“ (1964), „Maria, Mutter des Herrn. Ein Hörbild“ (1965. Sprechplatte), „Wir sagen euch an den lieben Advent. Eine Adventsfeierstunde“ (1965. Sprechplatte), „Ein Krippenspiel mit Erdenkindern“ (1969. Aus: „Fünf Paar Kinderschuhe“), „Gem. m. Josef Stein: Segenshymnus (nach G. F. Händel)“ (1975), „Mit Kindern singen. Religiöse Lieder für Familie und Gruppe“ (1976), „Wie Weihnachten richtig feiern? Überlegungen und praktische Anregungen“ (1977), „Wie Ostern richtig feiern? Überlegungen und praktische Anregungen“ (1978), „Boten des Lichts“ (1987), „Christsein mit Maria“ (1989 =Deutsche Sendungen von Radio Vatikan). Herausgeberin: „Sonnenland. (Zeitschrift) 1(1948)2(1953), 3(1956), „Gem. m. Stephan Gräffshagen und Josef Diewald: Fährmann-Bildkalender“ (1950)

L.: Gesamtverzeichnis dt. Schrifttum 1976-1981, Giebisch/Gugitz 1985, Kosch 1984, Kürschner 1988, Vancsa/Pichler/Giebisch 1948, Wagner 1987, Bibliotheksverbund Bayern www.opac.bib.bvb.de, Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon: www.bautz.de, Forschungsstelle Österreichische Literatur im Nationalsozialismus, Universitätsarchiv, Universität Graz

Karin Gradwohl-Schlacher