Hitchman, Irene

Hirschmann, geb. Link

* 5.11.1908, Hohenems, Vbg. † USA, 28.9.1986, Baltimore, Maryland
Psychiaterin

I. H. wurde als Tochter von Josef Link, Rabbiner in Hohenems und Innsbruck (gest. 1932) und Helene Stössel geboren. Die Mutter lebte nach dem Tod ihres Gatten in Wien und erhielt im Dezember 1938 eine Ausreisebewilligung wodurch sie über Triest nach Palästina zu ihren Söhnen gelangen konnte und 1962 schließlich bei ihrer Tochter in den USA verstarb. I. H.‘s Bruder Ernst war Dr. der Staatswissenschaften und Dr. der Rechte.
I. H. promovierte 1933 zum Dr.med. an der Universität Innsbruck.
Sie war Assistentin an der neurologischen Klinik in Innsbruck und 1933-1938 am Krankenhaus Maria Theresien-Schlössel in Wien tätig. 1938 emigrierte sie mit Ihrem Mann nach Shanghai, nachdem dieser nach den Novemberprogromen im KZ Dachau interniert gewesen war. 1940 erhielten sie die Einreisebewilligung in die USA, wo I. H. anfangs als Krankenschwester tätig war. Nachdem sie ihre Prüfungen wiederholt hatte, durfte sie wieder als Psychiaterin tätig werden. 1941-1962 war sie sodann am Springfield State Hospital tätig, ab 1953 Direktorin der Abteilung für psychiatrische Erziehung und Training, 1962 Direktorin an der Abteilung für Mental Hygiene und 1969-1974 Bevollmächtigte an dieser Abteilung. I. H. galt als Spezialistin auf dem Gebiet der Schizophrenie und des Delirium tremens. Während ihrer Wirkungszeit veröffentlichte sie zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften.
Sie war Mitglied zahlreicher psychiatrischer Organisationen.
I. H. war verheiratet mit Dr. Max Hitschmann, Jurist. Das Paar hatte eine Tochter Eve (*1946).

Werke

Medizinische Psychologie, Journal of Nervous & Mental Diseases. Vol. 139, no. 1, 1964.
Gem. mit Gross, M. / Reeves, W. P. / Faye, E. et al.: The repetitive administration of two psychological tests during withdrawal from ataractic drugs. In: Journal of Nervous and Mental Disease, Vol. 137(6), 1963, S. 574-576.
Errors in Prognosis: status of patients from whom spouses were granted divorces as „permanently and incurably insane with no hope of recovery“. In: Southern Medical Journal. Vol, 52, no. 5, 1959, 591-593.
Gem. mit Peeples, W.: Pilot study of a community centered program of after-care. In: ?, Vol. 5, no. 2., 1959, S. 7-8.

Literatur / Quellen

Blumesberger, S. / Doppelhofer, M. / Mauthe, G. (Bearb.) / Österr. Nationalbibliothek (Hg.): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18. bis 20. Jahrhundert. Saur, München, 2002.
Böhler, I.: Der „Landesrabbiner“: Dr. Josef Link und seine Familie. In: Albrich, Thomas (Hg.): „Wie lebten wie sie …“: jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg. Innsbruck 1999, S. 27-52.
Feikes, R.: Emigration jüdischer Wiener Ärzte ab 1938 in die USA, speziell nach New York. Bd. 2. Wien, 1999.
Hershfield, B.: Obituary Irene L. Hitchman, MD. Maryland Psychiatrist. Vol.13/5/5, 1986.
Röder, W./ Strauss, H. A. (Hg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 (= International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945). 3 Bde. München, 1980-1983.
Sella, G. H.: Die Juden Tirols. Ihr Leben und Schicksal. Tel Aviv, 1979.

BiografieautorIn:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Name