Hamann, Brigitte

geb. Deitert
* 26.7.1940, (26.5.), Essen, Nordrhein-Westfalen; †4.10.2016, Wien
Historikerin

Studium der Germanistik und Geschichte, Universitäten Münster und Wien; 1963 Realschullehrer-Examen, Münster; Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur, Essen; 1964 Redakteurin der Neuen Ruhr Zeitung; nach Heirat mit Günther Hamann 1966 Annahme der österreichische Staatsbürgerschaft, als Assistentin ihres Mannes tätig; 1978 Promotion; freie Historikerin.

B. H. ist die Tochter von Franz und Gertrud Deitert. Sie studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster und Wien. 1963 legte sie in Münster das Realschullehrer-Examen ab, absolvierte ein Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur in Essen und wurde 1964 Redakteurin der Neuen Ruhr Zeitung. 1965 heiratete sie den Wiener Historiker und Universitätsprofessor Günther Hamann (1924- 1994), erhielt neben ihrer deutschen Staatsangehörigkeit 1966 auch die österreichische Staatsbürgerschaft und war als Assistentin ihres Mannes tätig. 1978 promovierte sie über den österreichischen Kronprinzen Rudolf. Im selben Jahr veröffentlichte sie seine Biografie unter dem Titel Rudolf. Kronprinz und Rebell. Das Buch wurde ein großer Erfolg. Seitdem arbeitet B. H. als freie Historikerin.
B. H. hat vorzugsweise an Werken zur österreichischen Geschichte gearbeitet und sich dabei einem biographischen Zugang verschrieben. Ihr besonderer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Habsburger und der Geschichte des Nationalsozialismus. Über ihren persönlichen Ausgangspunkt sagte sie: „Ich hatte (von Deutschland kommend) einen anderen Blick auf Österreich und begann, mit einer gewissen Distanz zu schreiben“. (Ehrenmedaille f. B. H., ORF, 2006)
Ihre Veröffentlichung Hitlers Wien (vgl. dazu Hitlers Jahre in Wien) überzeugte durch akribische Ermittlung neuer Quellen und eindringliche Darstellung der völkisch-antisemitisch dominierten politischen Kultur Wiens in jenen Jahren.
B. H. ist ab 1965 mit Univ. Prof. Dr. Günther Hamann (1924-1994) verheiratet. Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern: Sybille, Bettina und Georg.
B. H. wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet: 1978 Heinrich-Drimmel-Preis, 1982 Premio Comisso, 1986 DANUBIUS Donauland-Sachbuchpreis, 1995 Anton-Wildgans-Preis, 1998 Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch, 2002 „Buch des Jahres 2002“ für Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, verliehen von der Zeitschrift Opernwelt, 2002 „Historisches Buch des Jahres 2002“ ebenfalls für Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, verliehen von der Zeitschrift Damals, 2002 Ehrenpreis des Presseclubs Concordia, 2004 Preis der Stadt Wien für Publizistik, 2006 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber, 2012 Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

Werke

Rudolf, Kronprinz und Rebell. Wien, 1978.
Elisabeth, Kaiserin wider Willen. Wien, 1981.
Mit Kaiser Max in Mexiko. Aus dem Tagebuch des Fürsten Carl Khevenhüller 1864-1867. Wien, 1983. (Hg.): Kaiserin Elisabeth. Das poetische Tagebuch. Verlag der Österr. Akademie der Wissenschaften, Wien, 1984.
Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden. München, 1986.
(Hg.): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. München, 1988.
Nichts als Musik im Kopf. Das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart. Wien, 1990 (Kinderbuch).
(Hg.): Meine liebe, gute Freundin! Die Briefe Kaiser Franz Josephs an Katharina Schratt. München, 1992.
Elisabeth. Bilder einer Kaiserin. Wien, 1995.
Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München, 1996.
(Hg.): Kronprinz Rudolf: ‚Majestät, ich warne Sie…‘. Geheime und private Schriften. München, 2002.
Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. München, 2002.
Der Erste Weltkrieg. Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten. München, 2004.
Ein Herz und viele Kronen. Das Leben der Kaiserin Maria Theresia. Illustriert von Rolf Rettich, Wien, 2004.
Die Familie Wagner. Reinbek bei Hamburg, 2005.
Kronprinz Rudolf. Ein Leben. Wien, 2005.
Mozart. Sein Leben und seine Zeit. Wien, 2006.
Wolfgang Amadeus Mozart. Nichts als Musik im Kopf. Nachdichtung nach Vincent Cronin. Readers Digest Deutschland, Schweiz, Österreich, Stuttgart, 2008.
Hitlers Edeljude. Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch. München, 2008.
Österreich. Ein historisches Portrait. München, 2009.

Literatur / Quellen

Literatur von und über Brigitte Hamann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Eintrag zu Brigitte Hamann in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
Christine Haiden: Habsburgs Aufdeckerin. Brigitte Hamann gilt als erfolgreichste Historikerin Österreichs. Ihre zeitgeschichtlichen Biografien legen die Koordinaten der österreichischen Identität frei.
Zum Nachhören: Radio-Porträt über Brigitte Hamann in der Ö1-Sendereihe Menschenbilder aus dem Jahr 1999.
Kurier vom 23. November 2012; Laudatio durch Gerald Stourzh.
Hohe Ehrung für Brigitte Hamann. Rathauskorrespondenz der Stadt Wien vom 13. Februar 2006.
„Ehrenmedaille für Brigitte Hamann“, ORF vom 13. Februar 2006.
Brigitte Hamann im Munzinger-Archiv
Datenbank Ariadne Österreichische Nationalbibliothek
Datenbank 1000 und 1 Buch www.biblio.at/1001 buch/suche.html
Katzoom Nominalkatalog 1931- 1992
www.whoiswho.co.at

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