Flachberger Therese, geb. Rohlik; Einlegerin und Widerstandskämpferin
Geb. Salzburg, Sbg., 15.11.1911
Gest. Aichach, Deutsches Reich (Deutschland), 24.1.1945
LebenspartnerInnen, Kinder: Ehemann: Franz Flachberger (*1909). Er war von 1929 bis 1934 Mitglied des Arbeiter-Sportvereines, der Freien Gewerkschaften und des Republikanischen Schutzbundes. Er wird am 24.8. 1944 wegen Wehrkraftzersetzung vom OLG Wien zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und war vom 13.4.1944 bis 28.4.1945 inhaftiert.
Laufbahn: Th. F. war Mitglied des marxistischen Turnvereins und war bis 1939 als Einlegerin in einer Druckerei beschäftigt. Anlässlich einer Weihnachtsfeier am 24.12.1943 in der Wohnung seines Bruders sagte Franz Flachberger, als von der Bombardierung Berlins gesprochen wurde: „Die können von mir aus alle zugrunde gehen“. Th. F. meinte auf die Bemerkung hin, wenn Deutschland den Krieg verlieren würde, wären die Soldaten an der russischen Front verloren: „Na wenn schon, die haben ja auch schon genug Russen umgebracht“ und ihr Ehemann bekräftigte: „Die haben ja schon nach Tausenden hingemordet“. Offenbar wurden Th. und Franz Flachberger von Personen dieses familiären Kreises angezeigt. Es waren an diesem Abend der Bruder Franz Flachbergers, Josef, dessen Frau Hedwig und deren Schwester Anna Winkler anwesend. In dem Urteil heißt es, diese Äußerungen wären geeignet, „den Glauben an den Endsieg zu untergraben und damit die Widerstandskraft des deutschen Volkes zur wehrhaften Selbstbehauptung zu lähmen und zu zersetzen.“ Franz und Th. F. wurden nur deshalb nicht zum Tode verurteilt, weil ihre Äußerungen im engeren Kreis gefallen sind. Th. F. wird gemeinsam mit ihrem Mann am 24.8.1944 vom Oberlandesgericht Wien wegen „wehrkraftzersetzender Äußerungen“ zu zwei bzw. drei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Th. F. überlebte die Haft nicht. Sie wurde nach mehrmaligem Haftaufschub am 3.1.1945 in das Zuchthaus Aichach deportiert und verstarb dort am 24.1.1945.
Qu.: Datenbank OLG, DÖW.
L.: Dokumentationsarchiv 1991